Archiv    

 

17. November 2012

Vortragsveranstaltung mit zwei Beiträgen 

 

1. 

Prof. Dr. sc. phil. Jörg-Peter Findeisen

„Der Dreißigjährige Krieg und seine Auswirkungen auf die Entwicklung Europas, Deutschlands und Mecklenburg-Vorpommerns“

 

2.

Clemens Krause, Historiker, Theologe und Altphilologe

„Friedrich II. Besondere Aspekte seiner Biographie

 

 

Zur Person Prof. Findeisens 

Referent

Prof. Dr. sc. phil. Jörg-Peter Findeisen, geb. 1943, war von 1988 bis 1993 Ordinarius für Geschichte der Neuzeit an der Universität Jena (Friedrich-Schiller-Lehrstuhl). Von 1991 bis 1995 wirkte er im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdiesntes als Gast- bzw. Honorarprofessor an verschiedenen schwedischen Universitäten und an der Jagellonen-Universität Krakau, lebt und lehrt heute in Trier. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur skandinavischen Geschichte bzw. zum Dreißigjährigen Krieg.

 

Zur Person Clemens Krauses 

Herr Clemens Krause ist Historiker, Theologe und Altphilologe. Am Deutschen Gymnasium Tallinn (Tallinna Saksa Gümnaasium) installierte er die Deutsche Abteilung und leitete sie bis 2006 zehn Jahre lang. 2003 wurde Clemens Krause vom Bildungsminister der Republik Estland, Toivo Maimets, mit dem Titel „Lehrer des Jahres“ ausgezeichnet. In der Pressemitteilung der Kultusministerkonferenz heißt es: „Die höchste Auszeichnung, mit der die Republik Estland verdiente Lehrkräfte ehrt, gilt einem Lehrer aus Nordrhein-Westfalen, der 1997 im Rahmen der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik vom Bundesverwaltungsamt – Zentralstelle für das Auslandsschulwesen – mit der Leitung der Deutschen Abteilung am Tallinna Saksa Gümnaasium, einem deutsch-estnischen Schulprojekt, beauftragt wurde.“

 

Im Anschluss an den jeweiligen Vortrag: Fragen und Gespräch

 

Ort: InterCityHotel Schwerin, Grunthalplatz 5-7, 19053 Schwerin

      

 

 

 

14. November 2012 

Schwerin

Tallinner Schüler nahmen an Mathe-Olympiade teil

Hochrangige Delegation aus Tallinn zu Gesprächen in Schwerin

 

Meelis Kond, Schulamtsleiter Tallinns, und Georg-Christian Riedel (li.), Verantwortlicher für mathematische Wettbewerbe, im Foyer der Schweriner Sport- und Kongresshalle

Am 14.11.2012 trafen sich 130 Schüler aus 13 Schulen aus Schwerin, Banzkow und Stralendorf sowie 4 Schüler der 12. Klasse aus Schwerins Partnerstadt Tallinn. Es ging um Sieg und Platz sowie die Fahrkarten zur Landesolympiade im Februar. Parallel schrieben die besten 60 Mathematiker der Klassenstufe 12 in Tallinn die gleichen Aufgaben. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.

 

Die Tallinner Schüler errangen drei erste und einen zweiten Preis. Die beste Leistung von den Schwerinern zeigte Adrian Focke, Klassenstufe 6, von der Montessori-Schule mit 40 von 40 Punkten. Weitere erste Preise erhielten Thu Uyen, Klassestufe 5, vom Goethe-Gymnasium, Clara Baenz, Klassenstufe 6, vom Goethe-Gymnaium und Gregor Heilborn, Klassenstufe 9, vom Fridericianum. Der Pokal für die Gymnasien ging an das Fridericianum und der Pokal für die Regionalschulen an die Montessori-Schule.

 

Am Rande der Olympiade fanden auf Initiative von Organisator Georg-Christian Riedel vom Goethe-Gymnasium, Verantwortlicher für mathematische Wettbewerbe, außerordentlich konstruktive Gespräche mit einer hochrangigen Delegation aus Tallinn, bestehend aus dem Schulamtsleiter, Meelis Kond, der Abteilungsleiterin im Bildungsamt, Sirje Rei, und Villu Raja, Verantwortlicher für Mathematik, statt. Zunächst wurden die Gäste vom Stadtpräsidenten Stephan Nolte in der Stadtvertretersitzung herzlich begrüßt. Bei einem weiteren Termin mit dem Stadtpräsidenten im Beisein des Schuldezernenten Dieter Niesen kam es zwischen ihm, den estnischen und betreuenden deutschen Schülern und den hochrangigen Vertretern aus Tallinn zu einem intensiven Gedankenaustausch. Vor der Siegerehrung fand die traditionelle Gesprächsrunde im Beisein von Vertretern des Bildungsministeriums, des Staatlichen Schulamtes sowie des Schulverwaltungsamtes und des Stadtpräsidenten statt. In seinem Redebeitrag würdigte Stephan Nolte die Leistungen der Schüler und freute sich, dass die gemeinsame Mathematikolympiade Schwerin-Tallinn bereits zum sechsten Mal stattfand. 

 

 

Besuch der Tallinner Delegation bei der Schweriner Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow

Am Abreisetag ließ es sich die Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow nicht nehmen, die Delegation nebst ihren deutschen Betreuern in ihren Amtsräumen zu empfangen. Ende Januar 2013 werden im Gegenzug vier Schweriner Mathe-Asse am Wettstreit in Tallinn teilnehmen, begleitet von Georg-Christian Riedel, Manfred Aleff und dem Stadtpräsidenten Schwerins, Stephan Nolte.

 

Seit 2003 konnte durch Vereinskontakte nach Tallinn die seit vielen Jahrzehnten bestehende Städtepartnerschaft Schwerin-Tallinn weiterentwickelt werden, war sie doch zuvor so gut wie nicht mehr vorhanden.

 

Eine besondere Würdigung wurde der Mathematikolympiade Schwerin-Tallinn im Jahrbuch des Tallinner Bildungsamtes 2011/2012 zuteil. 

 

Herunterladen
Jahrbuch des Tallinner Bildungsamtes 2010-2011, Auszug

 

 

 

 

 

8. September 2012

Potsdam Stadtführung einmal anders

mit Clemens Krause, Historiker, Theologe und Altphilologe 


Kirchen standen im Mittelpunkt. Clemens Krause begeisterte mit seinen fundierten, kurzweiligen Ausführungen zu Konfessionen, ihrer Geschichte, dem sichtbaren Ausdruck ihrer Verschiedenheit in der Architektur und zu Gründen ihrer Zulassung im protestantischen Brandenburg.

  

St. Peter und Paul, die Kirche der katholischen Gemeinde Potsdams, markierte den Ausgangspunkt. Die Französische Kirche, reformierter Kirchenbau für die Hugenotten, durch von Knobelsdorff errichtet, die Nikolaikirche von Karl Friedrich Schinkel sowie der Standort der ehemaligen Garnisonkiche mit aktueller Ausstellung bildeten die weiteren Stationen. In der Friedenskirche im Stil einer frühchristlichen oberitalienischen Basilika – Schlosspark von Sanssouci – fand der Rundgang seinen Abschluss.

 

 

 

 „Üb’ immer Treu und Redlichkeit“ Kirchen in Potsdam

Ein Beitrag des Vereinsmitglieds Hans-Joachim Nehring

 

Das Glockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche hat seit 1797 bis zur Zerstörung im Jahre 1945 jede halbe Stunde diese Melodie gespielt. Sie ist somit zu einer Art geheimer preußischer Nationalhymne geworden. Fragt sich der geneigte Geschichtsfreund, wo Preußen heute noch besonders gut verkörpert wird, kann er an Potsdam nicht vorbeigehen.

 

Es sind nicht nur Sanssouci oder Bornstedt, auch die Altstadt, welche der Besucher, vom Luisenplatz kommend, durch das Brandenburger Tor erreicht, strahlt eine architektonische Harmonie aus. Die Kirchen der Stadt sind beeindruckende Bauwerke. Auch die Innengestaltungen, beeinflusst von den unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen, sind bemerkenswerte Zeugnisse preußischer Geschichte.

 

St. Peter und Paul

Da steht die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, mit reichem Inventar geschmückt und Ewigen Licht über dem Altar. Nicht weit davon entfernt befindet sich die schlichte Französische Kirche, geprägt von der calvinistischen Glaubensrichtung und einstmals erbaut für die Hugenotten, die hier eine neue Heimat fanden. Schinkels Nikolaikirche im Zentrum der Altstadt wird von einer gewaltigen Kuppel überdacht und prägt den Marktplatz.

 

Die Ausstellung zur Garnisonkirche befindet sich an der Stelle des historischen Kirchenstandortes an der Breiten Straße. Im April 1945 durch alliierte Bomber zerstört und 1968 seitens der DDR endgültig gesprengt, sind inzwischen bedeutende private Spendenmittel zum Wiederaufbau gesammelt worden.

 

Die Friedenskirche am Rande des Parks von Sanssouci wurde auf Anregung Friedrich Wilhelms IV. gebaut. Der liberale Publizist David Friedrich Strauß prägte 1847 das Schlagwort, der König sei der „Romantiker auf dem Königsthron“ gewesen. Sicher ist, er war das Sorgenkind der Königin Luise von Preußen. Wie in seinem Testament bestimmt, wurde er in der Friedenskirche beigesetzt, nachdem sein Herz dem Körper entnommen und am Eingang der Gruft im Schloss Charlottenburg an der Ruhestätte seiner berühmten Mutter begraben worden war. Die Friedenskirche wurde von zwei Schinkel-Schülern erbaut, Ludwig Persius und Friedrich August Stüler. Tatkräftig mitgewirkt hatte der König selbst, der allerdings nirgends ganz zu Hause war, wie er in allem, wofür er wirklich Begabung hatte, leider nur ein Dilettant geblieben war. Sein Lieblingsgemälde war übrigens „Der Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich. Es ist bis heute eines der ergreifendsten romantischen Bilder geblieben.

 

Die Stadtführung zeigte eindrucksvoll, Potsdam hat viel von seiner Geschichte bewahrt, nicht protzend, sondern eher gediegen und maßvoll, was für sich selber spricht.  

 

Alter Markt mit Marmorobelisken und Altem Rathaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise nach Königsberg und Gumbinnen 

vom 21.-29. Juli 2012

 

 

Dr. S. Pankratz:

Was hat sich unter der aktuellen Gesetzgebung in Russland verändert? Kann man auch heute offen über unbequeme Themen der Geschichte diskutieren – angesichts des 2009 erlassenen „Gesetzes über das Verbot der Geschichtsfälschung zum Schaden der Russischen Föderation“?

 

G. Lehmann:

Welche Geschichte ist denn gemeint? Meint Putin die durch Gorbatschow, Jelzin und ihn erfolgte neuere Gestaltung der zu verändernden Föderation oder die der Sowjetunion?

 

Dr. S. Pankratz:

Welches Interesse besteht an weiteren gemeinsamen Veranstaltungen?

 

G. Lehmann:

Wie wir hörten, und nicht nur von einem Königsberger, ist ein großer Bedarf vorhanden, über die Geschichte anderer Länder zu referieren.

 

Dr. S. Pankratz:

Acht Jahre nach den letzten Vortragsveranstaltungen im nördlichen Ostpreußen zu Themen der Geschichte erkundeten vier Vereinsmitglieder die dortigen Stimmungslagen für eine eventuelle Fortführung der Tradition. Von 1999 bis 2004 hatte der Internationale Geschichtsverein zu dreitägigen Kolloquien nach Groß Baum, Insterburg und Gumbinnen eingeladen, an denen 20 bis 30 russische Historiker, Museumleiter, Archivare, Geschichtslehrer, Stadtführer und Hobbyhistoriker teilnahmen.

 

G. Lehmann:

Ich glaube, wir müssen mehr über die westeuropäische Geschichte vermitteln, vielleicht darüber hinaus über die Einladung der Zaren z. B. an deutsche Bauern, Handwerker und Intellektuelle, in Russland zunächst eine steuerfreie neue Heimat an der Wolga zu finden, die von deren Nachkommen teuer bezahlt werden musste.

 

Dann sollten wir über Bismarck berichten und über die zuvor stattgefundene Räuberei Napoleons bis hin zur bürgerlichen Revolution in Deutschland und über die Frankfurter Beschlüsse 1848/49, die Kleindeutsche Lösung, also die Trennung von Österreich, die Zwischenkriege, auch 1870 in Frankreich bis zur Provokation der Ausrufung des deutschen Kaisers 1871 im Spiegelsaal von Versailles.

 

 

 

 

Kaliningrader Gebiet 

 

 

Im Dom zu Königsberg,

dem neuen Innen nun,

fand ich im Konzert der Orgel

mich in der flüchtenden Kindheit, weinend

und nicht aufhören könnend.

 

Erschütternd die vergehenden Dörfer

mit müden kraftlosen Alten.

Die Denkmale nun auch Heimat

der neuen Bewohner. Fallen.

Was gibt es sonst noch.


Du neuer Bewohner zerschlugst Erhaltenes

Zerbrachst was euch Kindheit und Jugend.

Die Mühen meiner Ahnen und Eltern

Vielleicht nur noch ein Baum

Sind nun verwoben mit Euch und mit Mir.

 

Königsberg das Zentrum im Lichte

Promenade am Pregel schöne Kulisse.

Und nordwärts ziehen Autobahnen

Es soll nun Cranz auch Rauschen

Die Nehrung ist wieder Erlebnis.

 

Tausenden, romantische Ostsee,

kranke tanzende Bäume ein Highlight

Vögel werden noch immer beringt.

Überall fehlen Ärzte Devisen

Initiative und freie Entscheidung.

 

Jugend tanzt trotzdem, will wissen

Wer waren die vor uns hier 

Was taten die für ihr Erleben

Wie pflegten sie Bräuche und Frohmut

Wir wollen leben wie sie – noch besser.

 

Einlass und Rausfahrt grenzwärts

ist Menschen würdig jetzt.

Erwünscht sind freundliche Bindungen. 

Was mir einst gehörte soll nicht

Dein sein wie es Mir war.

 

 

Günter Lehmann

August 2012